Jahreslosung 2018 - Kirchenbezirk Aue

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

„Ich glaube; hilf meinem Unglauben.“ (Markus 9,24)
 
Für jedes Jahr gibt es einen Losungsspruch aus der Bibel. Ich frage mich am Jahresanfang immer: Für welche Herausforderung in dem neuen Jahr wird die Losung von Bedeutung sein? Welche Rolle wird diese Losung also 2020 spielen?
 
Glaube und Unglaube – das klingt erst einmal wie ein Gegensatz. In Wirklichkeit wird es Glauben und Unglauben nie als lupenreines Entweder – Oder  geben.  Auch wer vertraut, wird die Fragen des Zweifels kennen. Und wer nicht vertraut, wird sich manchmal wünschen vertrauen zu können. Glauben kann wachsen, genauso wie er schwinden kann durch immer folgende Enttäuschungen, deren Ende dann Unglauben und Bitterkeit sind. Welcher Weg ist richtig und führt uns ans Ziel, wenn uns eine Gegend fremd ist? Wo bekomme ich die Hilfe, die ich brauche und werde nicht ausgenutzt? Ich muss mich entscheiden, mich auf den Weg machen und habe keine Garantien dafür, dass ich wirklich ans Ziel komme. Ich muss es wagen. Wenn ich stehenbleibe, komme ich gar nicht voran. Es muss also weiter gehen. „Hilf meinem Unglauben, der mich lähmt, Schritte nach vorn zu gehen. Lehre mich, dass ich vertraue und es mir dir wage.“
 
„Ich glaube; hilf meinen Unglauben!“ bittet ein verzweifelter Vater Jesus um Hilfe. Er hat schon alles versucht und sich an viele Ärzte und Heiler gewendet, aber keiner konnte seinem kranken, besessenen Sohn helfen. „Wenn du was kannst, so erbarme dich unser und hilf uns!“ sagt er deshalb zu Jesus. Das klingt respektlos. Wer würde Arzt oder Ärztin so fragen, an die man sich um Hilfe wendet? Jesus ist für diesen Vater die letzte Hoffnung. Aber Jesus macht deutlich, dass er nur helfen kann, wenn ihm jemand vertraut. Nun ist also Glauben gefragt. Der Vater will. Doch er weiß zugleich, dass sein Glaube durchsetzt ist vom Unglauben und dass er Zweifel in sich trägt. Verspielt er damit die Chance, dass Jesus seinen kranken Sohn heilt? Nein, er bittet darum, dass Jesus auch seinem Unglauben aufhilft. Er tut nicht so, als wäre sein Glaube durch nichts zu erschüttern, sondern er wendet sich auch hier an Jesus um Hilfe, damit er glauben kann.
 
„Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ Wenn einer, der Jesus vor sich hatte und ihm real begegnet war, so etwas beten konnte, dann kann ich es heute auch. Ich muss nicht so tun, als wäre mein Glauben stärker oder größer. „Ich glaube; hilf meinen Unglauben!“ Wenn ich so bete, werde ich barmherziger mit den Zweifeln der anderen. Denn am Ende ist es ein Geschenk glauben zu können. „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ Selbst um glauben zu können, bleibe ich auf den Herrn angewiesen.
 
Wie oft und bei welchen Gelegenheiten werden wir so beten wie dieser Vater? Ich wünsche uns in diesem Jahr die Erfahrung, dass unser Glauben an Jesus wächst und Unglauben und Zweifel überwinden kann.
 
Andacht: Dieter Bankmann
 
 

 
Suchen
21.03.2020
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü